…probiert Neues aus und entdeckt die Welt.
…hört Psalme auch mal als Rap oder HipHop.
…stellt Fragen und stellt in Frage.
…möchte anders sein und doch dazugehören können.
…feiert Gottesdienste und betet.
…erlebt Gemeinschaft und Ausgrenzung.

Als ich vor einiger Zeit bei einem Workshop zum Thema Jugendgottesdienste teilnahm, waren die zentralen Botschaften dieses Wochenendes für mich „Sprich die Sprache der Jugendlichen! Schau dir ihre Lebenssituation an! Stelle das Wort Gottes in ihren Lebenszusammenhang!“
Eine schnelle, eine rasende Welt erlebe ich da – eine unpersönliche, oft ignorante Umgangsweise miteinander – aber auch eine tiefe Sehnsucht nach Anerkennung, Liebe und Vertrauen, wie sie wohl immer und jederzeit bei Jugendlichen spürbar wird. Ich erlebe Unsicherheiten und Ängste, ich sehe Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit, ich höre Mitleid und Verständnis, Wut und Verzweiflung… ich kann mich wieder erinnern wie es war, jung zu sein.
Jugendliche müssen und können nicht perfekt funktionieren – sie müssen weder die „richtige“ Musik hören noch die „richtige“ Sprache sprechen, sie müssen nicht „schön“ sein, nicht mal „cool“, sie müssen sich nicht zu verhalten wissen – um angenommen zu werden. Der Mensch wird nicht aus eigener Kraft und wegen seiner Werke gerecht, sondern allein durch Gottes Gnade. Das ist Stärke unserer Gemeinschaft – das ist das, was wir Jugendlichen als Erlebnis bieten können. Bei uns werden sie jedes Mal angenommen, wenn sie auf ihrem Weg, auf ihrer Suche bei uns vorbeischauen – das ist die Geschichte der modernen Herbergssuche: seinen Platz finden in der Welt, irgendwo daheim sein…

„Man kann einen Menschen nichts lehren;
man kann ihm nur helfen,
es in sich selbst zu finden.“

(Galileo Galilei)

Sabine Kittel